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News / 20 Jan 2009

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Stoppt das Morden in Gaza und die Blockade! Die Waffen nieder!

Jeden Tag vernehmen wir die Schreie der Verzweiflung aus Gaza. Alle Welt sieht die Schrecken in den Gesichtern der Kinder, Frauen und Männer. Wir spüren ihre Ausweglosigkeit. Sie sind...

Jeden Tag vernehmen wir die Schreie der Verzweiflung aus Gaza. Alle Welt sieht die Schrecken in den Gesichtern der Kinder, Frauen und Männer. Wir spüren ihre Ausweglosigkeit. Sie sind eingekesselt, ohne jede Möglichkeit, den Gefahren von der See, aus der Luft und vom Boden zu entkommen. Zu Zielscheibe sind sie geworden für die Bomben, Granaten und anderen Waffen der israelischen Angreifer. Unser Mitgefühl und unsere Solidarität gilt den Menschen, die ohne ausreichende Nahrung, oft ohne Strom und sauberes Wasser um ihr Überleben kämpfen. Wir nehmen Anteil an den zähen Versuchen von Ärztinnen, Ärzten, Pflegekräften, ohne Verbandsstoffe, Medikamente und Schmerzmittel Verwundeten zu helfen und Sterbenden beizustehen. Wir sind Zeuginnen des zynischen Experiments, mit militärischer Übermacht den Lebensmut des palästinensischen Volkes zu brechen. Wir nehmen die Bitterkeit und Fassungslosigkeit der israelischen Friedensbewegung wahr, miterleben zu müssen, wie die Kriegshysterie so viele ihrer Landsleute blind macht für das Leiden ihrer Nachbarn und dafür, dass dieser Krieg selbst Israel nicht mehr, sondern weniger Zukunft bringen wird.
Die wichtigste Voraussetzung zur Lösung des Konflikts ist in dieser Situation: die Waffen nieder! Dieser Ruf der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner ist aktueller denn je und bringt zugleich die Erfahrungen eines seit 60 Jahren ungelösten Nahostkonflikt auf den Punkt.
Palästina braucht Selbstbestimmung und einen eigenen, lebensfähigen Staat, wird daran jedoch bereits seit Jahrzehnten durch die israelische Besatzung gehindert. Das israelische Volk braucht Sicherheit. Sicherheit ist jedoch nur in Frieden zwischen Israel, Palästina und den arabischen Nachbarn erreichbar. Frieden kann nicht durch Waffengewalt erzwungen werden. Gewalt erzeugt Hass, und aus Hass entsteht neuer Hass. Diesen Teufelskreis wollen wir durchbrechen. Deshalb unterstützen wir vor allem die Arbeit von Frauen, Palästinenserinnen und Israelinnen, die seit Jahren Brücken der Verständigung bauen. Jedoch werden auch diese Brücken zurzeit bombardiert. Umso mehr müssen und wollen wir sie schützen. Denn nur sie weisen den Weg in den notwendigen Frieden.
Wir sind empört über die Rolle der europäischen Regierungen und der EU in diesem Krieg. Deshalb fordern wir, dass die EU ihre Politik in Übereinstimmung bringen muss mit den Menschenrechten. Sie muss unverzüglich jedwede militärische Zusammenarbeit mit Israel unterlassen, alle Assoziationsabkommen mit Israel aufgeben und den politischen Druck für einen Waffenstillstand erhöhen.
Unsere Kritik richtet sich außerdem gegen die UNO, die von den Großmächten dominiert wird. Wir fordern sie auf, eine aktivere Rolle im Nahostkonflikt zu spielen und zu einer friedlichen Konfliktlösung und zur Friedenssicherung beizutragen. Wir fordern, den vom Sicherheitsrat bereits beschlossenen Waffenstillstand durchzusetzen und die Blockade des Gaza-Streifens zu unterbinden.
Wesentliche Ursachen der militärischen Eskalation sind der militärisch-industrielle Komplex und die internationale Rüstungslobby. Wir fordern ein Ende ihrer blutigen Geschäfte.
Wir hoffen, dass die Friedens- und Frauenbewegungen sowie der gute Wille aller Menschen zu einem politischen Klima führen werden, in dem die Waffen schweigen und stattdessen die Stimme des Dialogs erklingt. Es wäre uns dabei eine Ehre, Friedensaktivisten beider Seiten auf diesem Weg zu begleiten. Es wird ein steiniger Weg sein, der nur mit Selbstkritik und der Wahrnehmung „des Anderen“ zu beschreiten sein wird. Die UNO-Resolution 1325, die auf die Beteiligung von Frauen an Konfliktlösungs- und Friedensprozessen drängt, bildet dabei eine gute Basis für den Dialog – fordert sie doch dazu auf, alle Frauen der Bewegungen und der Zivilgesellschaft in die Gespräche einzubinden und die bestehenden Probleme offen und mit eigener Stimme anzusprechen.

Original Language / DE

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