TOGETHER WE SAY THAT ANOTHER EUROPE IS POSSIBLE

Actualités / 21 févr. 2011

Aller aux actualités

Athener Treffen von EL FEM beriet über neue Koordination

EL FEM, das Frauennetzwerk der Europäischen Linken, traf sich an diesem Wochenende in Athen, um eine neue Organisation des Netzwerks und einen Arbeitsplan für die nächsten Jahre zu...

EL FEM, das Frauennetzwerk der Europäischen Linken, traf sich an diesem Wochenende in Athen, um eine neue Organisation des Netzwerks und einen Arbeitsplan für die nächsten Jahre zu besprechen. Die griechische Hauptstadt war symbolisch gewählt worden, um dieses Treffen als einen Ausdruck der Solidarität mit den griechischen Menschen zu begehen, deren Rechte und Arbeitsbedingungen unter dem schweren Druck der von den Regierungen verhängten Sparpolitik stehen.
Die jüngsten Wellen der sozialen und wirtschaftlichen Krise haben die Frauen in einem viel höheren Maße betroffen und fordern die Entstehung einer neuen Welle des Feminismus: Frauen müssen ihre Rechte innerhalb der neoliberalen Welt einfordern. Das herrschende Paradigma zerstört das europäische Sozialmodell. Der Kapitalismus lässt die Infrastruktur in einer großen Anzahl von Ländern verkommen, was zu einer ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Katastrophe führt.
Der Plan des Internationalen Währungsfonds für Griechenland wird die Menschen in wachsende Armut und Verzweiflung stürzen. Die verfassungsrechtlichen Errungenschaften der letzten 40 Jahre unterliegen derzeit einem barbarischen Angriff. Eine neue und wirksame Strategie zur Gleichstellung von Frau und Mann ist absolut notwendig.
Gewalt, Schikanen, Armut und soziale Ausgrenzung, die Heraufsetzung des Rentenalters, die Ausbreitung von Saisonarbeit und Teilzeitbeschäftigung, die Einschränkung des Wohlfahrtsstaates, Privatisierungen, die Verringerung des Mutterschaftsurlaubs und die Zunahme der gesetzwidrigen Entlassungen sind Teil dieses Angriff gegen Frauen. Die griechische Feministin Lisa Doudoumi beschrieb dies in ihrer Eröffnungsrede des Treffens von EL Fem als eine Krise der Demokratie, wo Protest und Widerstand unter Strafe gestellt werden.
Die derzeitige Situation gefährdet die Unabhängigkeit der Frauen. Es ist an der Zeit, einen konkreten Rahmen für das EL FEM-Netzwerk zu definieren, beruhend auf handfesten Themen wie Gleichstellung von Mann und Frau, Entwicklung der öffentlichen Dienstleistungen und gemeinsamer sozialen Bewegungen und Gewerkschaften. Von Finnland bis Griechenland und von Bulgarien bis Portugal erläuterten Vertreterinnen von zwölf Staaten die Gemeinsamkeiten und Unterschiede, wie die Bevölkerung die wirtschaftliche und soziale Krise erlebt, und erklärten den Schutz der Frauenrechte gegen die Angriffe zu ihrem Anliegen. Die Krise darf nicht als Entschuldigung dienen, um neoliberale Politik durchzusetzen und Freiheit und Rechte abzubauen.
Der Kampf in Nordafrika wurde ebenfalls diskutiert. In einer gemeinsamen Resolution wurde er als ein Zeichen der Hoffnung und Inspiration für eine soziale Umwälzung durch Frauen und Jugendlichen begrüßt. Die Teilnehmer besuchten die Migranten ohne Papiere, die seit dem 25. Januar im Hungerstreik stehen, und bekundeten ihre Solidarität mit dem Kampf für die Achtung der Menschenrechte und für demokratische Rechte aller in der EU lebenden Menschen.
Was die organisatorischen Fragen betrifft, wird die neue Koordination des Netzwerks durch einige der Gründungsmitglieder des Netzwerks EL FEM sichergestellt werden: Christiane Reymann (Netzwerk LISA, Deutschland), Liza Doudoumi (zuständig für feministische Politik im Synaspismos, Griechenland), Charo Luque Gálvez (frauenpolitische Bundeskoordinatorin der Vereinigten Linken, Spanien), Laurence Cohen (Koordinatorin des Frauenkomitees der Französischen Kommunistischen Partei) und Gitte Pederson (Frauenkommission der Rot-Grünen Allianz, Dänemark).
Lesen Sie  hier die Eröffnungsrede von Liza Doudoumi und hier die Resolution über die Solidarität mit den Frauen in der arabischen Welt.
Der Appell von EL-FEM zum 8. März, dem internationalen Frauentag, wird bald ebenfalls verfügbar sein.

Original Language / DE

Agenda